Donnerstag, 3. März 2022

STOTTERNHEIM bei Erfurt E:F:WALCKER opus 988 aus 1902

 Im thüringischen Stotternheim befindet sich eine der restaurierten und spielbaren Orgeln der Firma Walcker die in unserem mitteldeutschen Raum zu finden sind.

Stotternheim op.988 1902

Sie wurde in das überaus schöne und formvollendetete Barockgehäuse der Vorgängerorgel eingebaut. Der Spieltisch steht wie sooft bei der Firma Walcker frei vor der Orgel und blickt in den Kirchenraum. Die Windladen sind als typische pneumatische Kegelladen ausgeführt. Kurz vor Walckers opus 1000 für DANZIG stellte man die kleine Schwesterorgel in Stotternheim auf. Auf 2 Manualen und Pedal sind 22 Register zu finden.
Walcker Spieltisch aus dem Jahr 1902

Das 2te Manual steht in einem Schwellkasten welches mittels eines Balanciertritts gesteuert wird. im 1ten Manual befinden sich die Kernstimmen  und werden bekröhnt durch die 4fache Mixtur ²/² 3' welches im vollen Werk noch zusätzlich durch eine Trompete 8' obertonreich ergänzt wird. Im Schwellwerk wird durchaus differenziert vom kräftigen Geigenprincipal 8' abgestuft bis zur wohlig anheimelnd klingenden Voix céleste 8'. Zu einer weiteren Klangdynamsierung trägt noch zusätzlich die Superoctavcoppel im II.Manual bei, diese wirkt durch die Manualcoppel II-I auch im Vollen Werk auf I.
Detail Registerschaltung

Ganz anders als spätere Werke herrscht hier noch ganz klassisch die deutsche Spätromantik vor - hier waren bei Walcker noch alle Brüder im Geschäft aktiv, erst später wurde der Einfluß Dr.Oscar Walcker's spürbar der mit seinem genialen Onkel Eberhard Walcker, der Intonateur war, elsässische Züge im Instrumentenbau einfließen lies.



Mittwoch, 2. März 2022

RUDERSDORF bei Apolda E:F:WALCKER, opus 1726 aus 1912

 Rudersdorf bei Apolda, hier in das historische Barockgehäuse wurde 1912 ein neues Werk der Orgelbauanstalt Walcker in Ludwigsburg eingebaut.

Rudersdorf, historisches Gehäuse

Seitlich wurde das zu schmale Gehäuse erweitert. In der Niesche des alten Spielschrankes wurde der neue moderne Wechselwindspieltisch eingebaut. In den 1930er Jahren erfolgte eine einschneidende Umdisponierung die sich auf den Einbau eines Rollschwellers und einige Hilfsfunktionen erstreckte.
Walckerscher Spieltisch

Die Form  und Anordung der Tritte, des Rollschwellers und Balanciertritts entsprechen den der Firma Wilhelm Sauer aus dieser Schaffensperiode. Diese Firma war zum damaligen Zeitpunkt Eigentum der Firma Walcker und erstellte selber große Werke.
Rollschweller und Balanciertritt von Sauer FFO

Das relativ große Dorforgelwerk soll instandgesetzt und in den Zustand von 1912 zurückversetzt werden. Auf Kegelwindladen pneumatischer Steuerung stehen im ersten Manual die Kern und Hauptstimmen.
Spieltisch in der Spielschrankniesche

Im zweiten Manual, dem Schwellwerk befinden sich einige schwächere Stimmen, aber entgegen der damaligen Praxis keine Voix céleste sondern eine ausgeprägte Principalpyramide bis Superoktave 2'. Die Oktavkoppeln besonders die Superoktavkoppel II-I bewirkt ausgeprägteste brilliante Klangwirkungen.
Originale Winddruckangabe aus 1912

Zur Zeit ist das Werk ganz eingeschränkt spielbar. Im Turmraum befindet sich noch die originale "Walckersche Luftschleudermaschine" allerdings mit neuem DDR-elektroMotor. Das Innere ist äußerst beengt und schwer zugänglich. Der Winddruck beträgt 85mmWS. Rollschweller und Balancier sollte aus spieltechnischen Gründen erhalten bleiben, die Disposition sollte zurückgeführt werden, man kann hoffen, der Kirchenraum ist fertig, das Werk soll demnächst in Angriff genommen werden.

historische Windmaschine aus 1912!


Hier vorab schon die ersten Eindrücke einer seltenen spätromantischen Orgel. Ein Werk der Firma Walcker, selten anzutreffen  in unseren Breitengraden.
Rudersdorf.


EBERSDORF (Saalburg) E:F:WALCKER, opus 1766 aus 1913

Saalburg- Ebersdorf bei Bad Lobenstein.
Jugendstilgehäuse der Walckerorgel.

 

Hier in der Dorfkirche befindet sich ein kleines heute umdisponiertes Werk von der Orgelbauanstalt E.F:Walcker-Ludwigsburg. Die urpsprünglich spätromantische Disposition mit Schwellwerk, ausgebauter Superoktavkoppel und Suboktavkoppel besticht heute durch aliquotigen Klang, vor Kraft strotzend.

umdisponierte Registerstaffelei

Komplett spielbar und gut gepflegt versieht sie ihren Dienst und soll nicht in den Originalzustand zurückversetzt werden. Die Walckersche Kegelladenpneumatik arbeitet tadellos.
Walcker-Spieltisch von 1913
Der Balanciertritt ist in Form und Stil mit dem der großen elektropneumatischen Orgel in Rotterdamm op.1855 jetzt in Doesburg NL identisch.
pneumatische Kegelladen von unten


Dienstag, 1. März 2022

LODERSLEBEN E.F.Walcker 1910 , opus 1563

 Die nächste mitteldeutsche Walcker Orgel die fast original erhalten ist befindet sich in Lodersleben. 

 

Lodersleben

Das liegt bei Querfurt südlich von Halle/Saale gelegen. Auf dem kleinen Bauerndorf mit großer Schloßanlage wurde 1910 ein neues Instrument der renommierten Weltfirma Walcker in das Gehäuse der Vorgängerorgel eingebaut. Das Gehäuse stammt aus Zeiten um 1700. Das alte Werk scheinte in keiner Weise mehr musikalischen Ansprüchen zu genügen sonst würde man sich nicht zu einem Neubau entschieden haben. Die Emporen wurden etwas umgestaltet  und das vorhande Prospekt den neuen Gegebenheiten angepasst. Dort wo einst die Spielniesche sich befand, kann man wenn man die Türen öffnet auf Windladen und Pfeifen blicken. 

geöffnete Spielschranktüren

Der neue vollpneumatische Spieltisch mit "Wechselwind" (Abstrom auf Zustromprinzip) wurde seitlich angeordnet. Bei Dieser Orgel wurde auf ganz moderne Technik zurückgegriffen, fast schon eine Art Multiplexsystem. Die Pfeifen des Manual I, II und Pedal stehen fast alle auf einer kompakten Windlade.

Spieltisch

 Aus ganz wenigen kompletten Pfeifenreihen zauberten die Konstrukteure und Techniker der Firma Walcker ein großes Instrument. Viola di Gamba 8' ist gleichzeitig  Cello 8' im Pedal die Flöten 8' und 4' benutzen die selben Pfeifen (I+II.Manual.). Bourdon16' und Lieblich Gedackt 8' und Gedacktbass 16' hier ist´s genau das Selbe. Im zweiten Manual ist die Superoktavkoppel in allen Pfeifenreihen ausgebaut bis g4 , diese Pfeifen sind zusätzlich "aufgebänkt im Inneren der Orgel zu einer besseren Klangabstrahlung.

Pfeifenarrangement

Um die Pfeifen alle ausnützen zu können arbeitet ein ausgeklügeltes Transmissionssystem unter den Windladen zu den einzelnen Pfeifenreihen. Leider ist das Instrument noch Stumm, soll aber demnächst durchgreifend wiederhergestellt werden, eine Freude wenn es endlich spielt. Desweiteren befindet sich seit 1910 eine originale Walckersche Luftschleudermaschine unter der Treppe zur Orgel die das Instrument mit genügend Wind versorgt. Sogar der originale Electromotor ist noch aufmontiert und läuft tadellos und sollte so als technische Denkmalanlage übernommen werden.
Walckerscher Luftschleudermotor 1910

Das Instrument ist etwas umdisponiert, lässt sich aber problemlos in den Originalzustand zurück versetzen.

Dienstag, 14. Dezember 2021

GÖSCHITZ bei Schleiz, E.F. WALCKER, op.1617 Baujahr 1911

 Göschitz, nahe Schleiz, dort wo die berühmten Schleizer Dreiecksrennen stattfinden wurde 1911 ein Orgelwerk der Orgelbauanstalt Walcker im historischen Gehäuse aufgebaut, welches die Opus Nummer 1617 trägt. 

 

Göschitz, Orgelbauantalt Walcker 1911 opus 1617

Das alte Barockgehäuse wurde um seitliche Anbauten ergänzt und ist in den Füllungen durch Gitterwerk durchbrochen. Im historischen Teil des Prospekts sind auch in den kleinen Feldern Gitter zu finden, hier müssten zu alten Zeiten Pfeifen gestanden haben. Da aber die Prospektpfeifen nur teilweise angeschlossen sind und allemeist stumm, so war es einfacher die kleinen Felder ohne Pfeifen zu versehen, die eh nicht klingen. es beruhigt etwas das gesamte Ambiente und fällt nicht auf. Seitlich rechts in der Verbreiterung ist eine Geheimtür angebracht, hinter dieser konnte der Bälgetreter, der Kalkant seinen Arbeitsbereich betreten, sogar ein eigenes Lichfenster ist führ ihn vorgesehen.

 

Bälgetreterkammer

 In der Mitte ist der vollpneumatische Spieltisch installiert. Ein sogenannter "Wechselwind" Spieltisch. Die Impulse und Schaltungen basieren auf abströmenden Wind, am Ende aller Schaltungen ist ein Wandler-Relais angebracht von dort aus geht es mit Zustromtechnik über die Impulsleitungen zu den Windladen, Walckersche Kegelladen. Das Instrument ist noch original erhalten. Hier gilt es das bemerkenswerte Werk zu bewahren und zu restaurieren, es ist zur Zeit schier unspielbar, auch geschuldet das keiner darauf spielt. Es bedarf einer dringenden technischen Überholung. 

 

Spieltisch noch im Originalzustand

Spieltisch und Balg im Untergehäuse, dem Orgelfuß. In der ersten Etage die Windlade des ersten Manuales und in einem Schwellkasten, die Pfeifen des II.ten Manuales. Die Pedalwindlade steht quer an der linken Seite des Instrumentes. Durch Super und Suboktavkoppeln kitzelt man aus diesem Instrument einen monumentalen Klang hervor. Ich habe die Pfeifen nicht gezählt, aber bei Walcker&Co waren die Superoktavkoppeln meist ausgebaut, das kein Bruch im Klangefüge zu hören ist. 

 

Koppeln und Superkoppeln als freie Kombination

Das ganze System arbeitet mit 85 mm/WS. Sanftbass 16' wird eine Transmission vom Bordun 16' aus dem 1ten Man. sein. Das II:te Manual im Schweller, das kommen die tollsten Klangwirkungen heraus, Voix celéste 8' und Geigenprincipal 8'. Gamba und Salicional 8' auf I. leisten ihren Dienst auf I. in den 1930ern wurde eine Laukhuff Windmaschine angeschlossen die tadellos funktioniert! Es wird Zeit das dieses kleine bemerkenswerte unentdeckte Werk wieder zum Leben erweckt wird...und nicht elektronisch gespielt wird, da kann dieses richtige Instrument einfach viel zu viel!

Pfeifen im Schwellwerk.


Donnerstag, 25. November 2021

TITSCHENDORF b. Bad Lobenstein E.F.WALCKER Orgel opus 1875 aus 1916.

 Im Grenzgebiet der ehem. DDR zur BRD befindet sich der Ort Titschendorf in der Nähe von Bad Lobenstein. Hier befindet sich im Dornröschenschlaf eine originale Orgel der Orgelbauanstalt E.F. Walcker in Ludwigsburg. 

 

Titschendorf opus 1875 aus 1916

Diese wurde in den Kriegsjahren 1916 erbaut und ist das 1875te Werk der Orgelbaufirma. Das kleine Werk wurde in den vorhanden Barockprospekt hineingearbeitet. Das erkennt man besonders am Spieltischeinbau. Im Gehäuse ist wenig Platz für den Orgelbauer. Aber damals ging man nicht davon aus das die Instrumente 100 Jahre stehen.

Pfeifenwerk aus dem 1ten Manual

Spieltischrückseite und Magazinbalg im Inneren der Orgel

Sie galten eher als Gebrauchsgegenstand, welcher nach 40 Jahren erneuert werden würde. Aber das kam ja anders. Hier kann man froh sein so eine Rarität stehen zu haben. Im westen Deutschlands wurde nach 1945 viel an diesen Instrumenten weggerissen und durch neue ersetzt, man wollte etwas Zeitgenössischeres modernes- hier muß man sagen das eigentlich viele der Instrumente, sind sie gut erbaut und klangdesigned- hier durchaus moderner zu benutzen sind als spätere Orgeln der 1960er und 1970er. 
Spieltisch von Walcker dahinter sind die alten Türen erkennbar.

Titschendorf hat nur ein kleines Instrument der damaligen weltmarktführenden Firma Walcker erhalten, 9 Register sind vorhanden. Aber die Weltfirma mit ihren 220 Angestellten boten auch hier alles auf, um herrausragende Ergebnisse zu erzielen. Im Manual I. finden sich : Principal 8' Lieblich Gedackt 8' Octave 4' und Mixtur 3-4 fach. Im Manual II wird es noch interessanter, erstens steht es trotz seiner Größe in einem Schwellkasten und ist zusätzlich ausgebaut bis g4 das die Superoktavkoppel II-I voll wirken kann...Die Suboktavkoppel verdreifacht dann den Klang und gibt wohlige Fülle und Wärme. Aeoline 8' Voix céleste 8' Konzertflöte 8' Gemshorn 4'. Im Pedal ist nur Subbaß 16'. Gravität und Fülle kommen durch die Super und Sub-Oktavkoppeln II-I. 

Registerstaffel

Das Instrument regt zum dauernden Spielen an, hier muss dringend repariert werden. einige kleine Reparaturen behelfen der Orgel wieder zur voller Entfaltung ihrer Möglichkeiten. Soetwas muss dringend mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden, hier lassen sich nicht nur Beerdigungslieder spielen, sondern von Pop bis Klassic, bis hin zu schrägen Jazz Impros, alles was auch junge Leute ansprechen würde, darstellen. Also ran ans Werk- warum zaudern. 

Titschendorf von oben. Schwellkasten ist deutlich erkennbar.

Das ist Kultur und Denkmalschutz auf dem Land. Zur verarbeiteten Qualität und der Ausführung der Pneumatik muss ich nix sagen -  Walcker & Co. Ludwigsburg. Die 1875te Orgel der Firma spricht für sich!

Sonntag, 10. Oktober 2021

METZELS op. 245 aus dem Jahr 1903

 Im thüringischem Metzels steht die 245te Orgel der Orgelbauanstalt Rühlmann. Im vorderen Teil der Kirche auf der Empore über dem Altar gelegen, steht das barocke historische Gehäuse.


In ihm befindet sich seit 1904 das Orgelwerk der Firma Rühlmann aus Zörbig. Spätromantische Klänge vereinen sich hier. Leider wurde das Instrument in den 70er Jahren zu DDR Zeiten barockisiert in wenigen Registern.

Wir fanden das Instrument etwas desolat und reparaturbedürftig vor, aber wie zu erfahren war, soll es jetzt wieder hergerichtet werden, zu hoffen bleibt, das die verlorengegangen Klangfarben wieder auferstehen und die frische spätromantische Tongebung wieder aufersteht und den Kirchenraum füllt. Die Anlage besteht aus dem Hauptwerk, einem II.ten Manual und einer Pedalwindlade. Alle drei haben Stoßfänger zur Windberuhigung. Zusätzlich sind an der etwas exzentrischen Kanalführung angebrachte Ausgleichsbälge angebracht um den Wind absolut ruhig und konstant zu halten.

Die Windladen sind als pneumatische Registerkanzellen ausgeführt, hier noch mit eleganten Messingrohren wie es zu dieser Zeit bei Rühlmann üblich war. 

 

Dem Instrument wäre zu wünschen das die Prospektpfeifen bei der Restaurierung wieder in polierten Zinn ausgeführt werden würden.




Sonntag, 21. März 2021

die damals weltgrößte Orgel 1912 in HAMBURG St. MICHAELIS von E.F.WALCKER-Ludwigsburg

 Im Beisein s.M. des Kaisers und Max Reger wurde das damals weltgrößte Instrument in der Michaeliskirche in Hamburg eingeweiht. 1906 brannte die Kirche nieder und die darin enthaltene Hildebrandt Orgel der Barockzeit.

die alte Hildebrandt-Orgel

Während der Aufbauphase hatte man Gelegenheit um ein monumentales neues Orgelwerk zu erschaffen was bis in letzte Einzelheiten durchdacht und erprobt war.
Die neue Walcker Orgel 1912 mit "seitlichen Anbauten"

Der imperiale Spieltisch wurde als 1:1 Modell in der Orgelbauanstalt Walcker-Ludwigsburg angefertigt und so gestaltet das man alles verändern konnte. Organist Alfred Sittard (damals Dresden-Kreuzkirchenorganist) erörterte alles mit dem genialen Kopf der Firma, Oscar Walcker. Die schier unerschöpflichen Geldmittel wurden von der W.M. Godeffroy Familien-Fideikommiss-Stiftung zur Beschaffung eines nur mit besten Materialen und Mitteln zu beschaffenden Orgelwerkes bereitgestellt.
Walcker Orgel 1912

Die Heutige Orgel von Steinmeyer aus den 1960ern und die Neuordnung in den 2010ern durch Klais-Bonn wo wieder ein Fernwerk erstellt wurde-reicht an die alte viel monströsere Orgel nicht heran.
Walcker Querschnitt 1912

Ein kurzer Abriß: 163 Register auf 5 Manuale und Pedal verteilt. Alle Oktavkoppeln ausgebaut. I. und II. Manual bilden ein Gegenüber dem starken III. und IV.Manual. Das V. Manual ist als Fernwerk auf dem Dachboden,einem 20 Meter langen Beton-Tunnel als Schallkanal mit dem Kirchenraum verbunden, die Klänge "rieseln" mittig durch eine Rosette auf einen herab.
Anlage des Fernwerks

Etliche Stimmen des Pedals stehen in den Schwellkästen des III. IV. und V. Manuales und sind damit schwellbar.
InnenAnsicht der Walcker Orgel

Auch horizontale Trompeten sind vorhanden, aber nicht sichtbar.....im Schwellkasten des III.Manuals angeordnet auf einer aufrecht stehenden 4 Meter hohen Windlade sind Helikon16' Tuba mirabilis 8' und Hohe Trompete4'. Diese Stimmen erhalten erhöhten Winddruck: 190mm/WS. Mit was für einer Wucht und Kraft diese Register in die Kirche reingeblasen????Wahnsinn. 4x32' , 28x16', 59x8',  15 gemischte Stimmen (Mixturen) und 29 Rohrwerke (Zungenstimmen) prägen diese nach Spätromantischer und Elsässer Reform erbaute Orgel.
Vergoldung links am Prospekt

Vergoldung rechts

Gewaltig. Alles auf abstromprinzip basierende Hängebalgladen die elektropneumatisch angesteuert werden.
Querschnitt der Walcker Orgel 1912 aus der Festschrift von Sittard

2 Riesige Windmaschinen die um die 150 m³ Wind pro Minute erzeugen und die darauf sitzenden Dynamos für die 24 Volt Steuerspannung versorgen die Orgel. Ein seperates Gebläse versorgt das Fernwerk mit Wind. Dazu die Neugestaltung des Spieltisches mit Arkanthusranken und runden gestaffelten Registerschaltern.
der imperiale Spieltisch der Walcker Orgel 1912

Dieser imperiale Spieltisch wurde bis in die 1930er Jahre bei E.F.Walcker als Grundlage neuer zu gestaltender Spieltische herangezogen.
Spieltisch Doesburg opus 1855

Im erstenWeltkrieg verlor die Orgel ihre Prospektpfeifen, im II.Weltkrieg wurde das Werk ausgelagert und nie wieder aufgebaut..
Orgel 1945 nach den Bombenangriffen auf Hambug

..stattdessen erklingt ein Werk 2ter Wahl bis heute welches an die Ausmaße der alten spätromantisch-elsässischen Orgel niemals heran reicht.
Disposition der Walcker Orgel opus 1700 aus 1912

Die Orgel in Ilmenau bezeugt dies. Doesburg,Malmö, Barcelona, Oslo usw wurden so erbaut....diese elektropneumatischen Monstren sind leider nur Teilweise erhalten. Bilder sprechen mehr als 1000 Worte.
Spieltisch Darstellung

Walcker Orgel 1912 in der Michaeliskirche Hamburg