In SYLDA bei Hettstedt/Aschersleben steht opus 93 aus dem Jahr 1888.
Das Instrument wurde leider umdisponiert und harrt fast unspielbar auf eine Restauration und Rückführung. Als eine der ersten Orgeln Rühlmanns mit pneumatischer Steuerung auf Kastenladen und dieses zusätzlich noch mit Spielschrank -fristst das relativ große Instrument ein Schattendasein.
Das Gehäuse im neoromanischen Styl erbaut, teilweise klingend dem Kirchenraum angepasst. Die Klangaussage wurde der Orgel um 1942 genommen und wurde barock umdisponiert.....hier wurde auch die Pneumatik der Rühlmannschen Orgelbauanstalt entfernt und durch eine Neue ersetzt. Man muss aber sagen - hier ist soviel Original das man leicht rekonstruieren kann.....Klang, Pfeifen und Windanlage.
Wenn man auch die Technik so lässt- so kann man ein frühes Werk der Firma Rühlmann wieder erstehen lassen welches in einem beeindruckenden neoRomanischen Gehäuse Spielfreude erweckt....gerade die frühen Werke der Orgelbaufirma bestechen durch eine einmalig abgestufte Klangdynamik und Differenzierung. Ganz anders als die Instrumente um 1910. Das muß bei Restaurationen unbedingt bedacht werden.
Das Firmenschild - nun aus Glas- weist auch nur die erste Goldmedaille auf- die zweite kam viel später.
Dienstag, 18. Februar 2020
Montag, 17. Februar 2020
NEUGATTERSLEBEN op.96 - 1889 eines der ersten Instrumente mit Pneumatik
In Neugattersleben bei Staßfurt steht opus 96 aus dem Jahr 1889. Es ist eines der ersten Instrumente in dem das neue System der Pneumatik eingesetzt wurde.
Der Ort und die Adelsfamilie "von Alvensleben" baute 1888 eine neue Kirche, hier war vor und nach der Erbauung Kaiser Wilhelm II. öfter zur Jagd zugegen und wachte auch über die Taufe einer Tochter der Adelsfamilie. Die im neuen Stil erbaute Orgel erregte im Umkreis durch ihren symphonisch markig prägnanten Klang weites Aufsehen. Jedem, vom Besucher bis zum General wurde das neue Instrument vorgestellt.
Das war etwas neues, schönes und damals fast unhörbares: Voix céleste; Oboe8' durchschlagend, kraftvolle Streicher Gamba8'Salicional 8'+4' tolle Principale und überblasende fast französische Flöten! Dazu im vollen Werk ein Bassfundament und die Grundstimmen 8' addiert die Trompete8' und die donnernde Posaune 16' ! Fast schon unerhört für schwache Gemüter. Für die gibt es ganz sanft abgestufte neue Klangfarben und das in einem Schwellkasten der mittels eines Löffeltrittes bedient wird - Cavaille Coll-Paris lässt herzlich grüßen! (Rühlmanns Frankreichreise 1880 Maitre Cavaille-Coll zeigte Wilhelm Rühlmann persönlich die Orgel des Trocedéro-Saals)
Und dann diese neue Technik - Pneumatik - Pfeifen auf Kastenladen, promte Ansprache, leichte Spielweise, und geräuschlos arbeitende Technik- sowas gab es noch nicht im Anhaltinischem Großraum...."Bemerkenswert dieser Rühlmann" Opus 96 stellt eines der ersten Orgeln dar, wo das neue System erfolgreich und funktionstüchtig eingesetzt wurde. Andere Orgelbauer hatten hier bis nach 1900 ihre Schwierigkeiten, Rühlmann, der Techniker und Zukunftsweisende Orgelbauer hatte alle Lösungen und besticht zusätzlich mit elegant verlegten pneumatik-Impulsleitungen in Messing mit gesteckten Winkeln. So etwas sieht sehr edel aus. Alle Orgeln wirken dadurch im Inneren sehr herrschaftlich und erhaben - ungesehen in dieser Zeit - und vor Allem - es funktioniert tadellos! Die Pfeifen stehen auf Kastenladen - man muß neidlos anerkennen das Diese präziser ansprechen und reagieren als die später gebaute Registerkanzelle!Vor allem -bei Wilhelm Rühlmann funktioniert die Pneumatik tadellos ohne zu schleppen!
Auf das edle Gehäuse und die Aufmachung muß man nicht weiter eingehen....Spielfreude pur, Repition stellt fast die Mechanik in den Schatten. Die Orgel braucht einige Hilfe- die heißen Sommer und mangelnde Pflege haben Ihr zugesetzt...Aber komplett spielbar genießt man die tollen Klänge.
Was für eine Orgelbaufirma war das damals.... Man zählte sie zu den ersten 4 im deutschen Reich. Vorsprung durch Technik, Überlegenheit durch die Ausgewogenheit der Manuale untereinander und im Klang der Einzelstimmen.
| Neugattersleben opus 96 |
| Spieltisch |
| Löffeltritt als Schwelltritt zum II.Manual |
| frühe Pneumatik mit Messingrohren. Hier op.218 die größte Dorforgel - op.218 III-30 |
| Detail des Gehäuses in Neugattersleben. |
Sonntag, 16. Februar 2020
GROSSRÖSSEN op.324 aus 1910
Großrössen bei Falkenberg/Elster. Hier steht momentan noch unspielbar die 324te Orgel der Orgelbau-Anstalt Rühlmann-Zörbig.
Eine elektrische Windmaschine ist noch nicht vorhanden. Wir hatten uns selber abwechselnd Wind gemacht und mussten den Blasebalg treten. Einige Töne waren zu entlocken....
.Vollständig erhalten, in einem einfachen Kastengehäuse der Jahre um 1910. Der Spieltisch ist links ans Gehäuse angesetzt.
Die Prospektpfeifen wurden 1917 konfisziert und in Zink ersetzt. Das Porzellanschild "Superoktavkoppel" fehlt. Hier wäre mit einfachen Mitteln eine schnell spielbare Orgel wieder zu erwecken...
Eine elektrische Windmaschine ist noch nicht vorhanden. Wir hatten uns selber abwechselnd Wind gemacht und mussten den Blasebalg treten. Einige Töne waren zu entlocken....
.Vollständig erhalten, in einem einfachen Kastengehäuse der Jahre um 1910. Der Spieltisch ist links ans Gehäuse angesetzt.
Die Prospektpfeifen wurden 1917 konfisziert und in Zink ersetzt. Das Porzellanschild "Superoktavkoppel" fehlt. Hier wäre mit einfachen Mitteln eine schnell spielbare Orgel wieder zu erwecken...
Mittwoch, 12. Februar 2020
BARBY St. Johannis op.82 die letzte große mechanische Orgel von Rühlmann aus dem Jahr 1886
Barby / Elbe. St.Johannis. Hier steht im edlen, dunklem, neogotischen Gehäuse mit schweren Formelementen massiv wirkend die letzte große mechanische Orgel der Orgelbaufirma Rühlmann-Zörbig.
Zwei wehrturmartige Pfeifentürme flankieren das flache Mittelfeld, diese sind gekrönt mit einem pyramidenartigen Dachaufsatz, was dem ganzen etwas märchenhaftes verleiht.
Das Instrument besitzt auf III Manualen und Pedal 35 Register und zahlreiche Nebenzüge. Durch eine geheime Tür im hinteren Teil des Gehäuses gelangt man über eine innenliegende Wendeltreppe auf den Dachboden in die Balgkammer wo 2 große Doppelfaltenmagazinbälge stehen.
Durch eine weitere verdeckte Tür gelangt man in das Innere des Instrumentes. Mechanische Registratur und Tontraktur. Die Tontraktur wird zusätzlich und mittlerweile ganz selten anzutreffende liegende Barkermaschine unterstützt. Schon diese Ausstattung macht das hochwertvolle Instrument zu einer national bedeutsamen Orgel.
Bis auf eine elektrische Windmaschine und 1917 abgelieferte Prospektpfeifen die durch Zinkersatz ergänzt wurden ist sie im ganzen original erhalten, Umbauten, Umdisponierungen blieben ihr gottseidank erspart. Ungewöhnlich ist bei dieser Größe von Orgel der geringe Umfang der Manuale (C-f ''') und des Pedals (C-d ').
Das wurde bei Rühlmann erst später erweitert und bei kleinen Dorfinstrumenten bis zum ersten Weltkrieg für ausreichend befunden. Im Untergehäuse sind 2 große Reservoirbälge untergebracht, die liegende Barkermaschine befindet sich direkt hinter dem Spielschrank und ist durch Abdeckungen gegen Verschmutzung gesichert. Das ist bei Rühlmann bei allen Werken zu beobachten: Barkermaschine in einem verschlossenen Holzkasten, bei pneumatischen Kastenladen sind die Auslassventile unter einem Holzdeckel versteckt und die Pneumatiktaschen zur Pfeife sowieso in der Kastenlade versteckt. Bei den später gebauten Registerkanzellenwindladen sind alle Vorrelais mit Schutzleisten versehen. Erstens werden Störgeräusche minimiert und zweitens alles vor Verschmutzung oder unbeabsichtige Kontakte mit Personen in der Orgel gesichert. Zur Beschaffenheit: auf jedem Manual ein Rohrwerk. Trompete 8' auf I, Clarinette 8' auf II. Harmonika 8' auf III' (Harmoniumzungen=Physharmonika) Im Pedal eine schmetternde Posaune aus Holz. Die Nebenzüge sind interessant: Pianopedal / Fortepedal Pianomanual / Fortemanual. Vorläufer der festen Kombinationen. Diese Züge korrespondieren mit 3 Tritten die über dem Pedal angeordnet sind, der 4te Tritt ist der Löffeltritt zum Schwellkasten des III.Manuales.
Kraftvolle Intonation, liebevoll intonierte Einzelstimmen die alle das Gemüt ansprechen und sich mannigfaltig kombinieren lassen. Die Orgel ist sehr sehr eingeschränkt oder gar nicht spielbar und soll in Zukunft generalsaniert werden, was nur mit einem gehörigen finanziellen Aufwand realisiert werden kann. Die letzte große mechanische Orgel der Orgelbauanstalt!
| Barby, St.Johannis: opus 82 W.Rühlmann Orgelbauanstalt |
| Prospekttürme. |
| Balganlage |
| liegende Barkermaschine |
| III-manualiger Spielschrank mit "Kollektivtritten" |
| Detail : Nebenzüge und Sperrventile |
| Detail: Orgeluntergehäuse |
Dienstag, 11. Februar 2020
LEBENDORF op.40 aus 1882
In Lebendorf steht opus 40 der Orgelbaufirma Rühlmann aus dem Jahr 1882.
Mutwillige Zerstörung und eine lange Zeit der Verwahrlosung hat das Instrument, welches in allen Komponenten original erhalten ist überstanden. Unspielbar steht es da. Auf mechanischen Schleifladen, 5 Jahre bevor das erste gebrauchsfertige pneumatisch gesteuerte Instrument die Orgelbaufirma verließ. Es wurde noch in der alten Rühlmannschen Werkstatt in der Enge der Innenstadt Zörbigs erstellt. erst 1883 wurde das neue große Anstaltsgebäude bezogen. Auf 2 Manualen und Pedal sind 18 Register verteilt. Die Pedalcoppel wird mittels eines Fußtrittes an und abgestoßen. (Einfluß der Frankreichreise und dem Zusammentreffen mit Aristide Cavaille-Coll in Paris der Rühlmann seine großen Instrumente besonders im Trocadéro Paris selber vorstellte.)
In der neuen Kirche in Lebendorf. Im Neugotischen Gehäuse, ohne neue Prospektpfeifen, diese wurden lt.Umfrage1937 nie ersetzt, bis in die 1970er spielbar.
Das Material ist gut verarbeitet, das Holz ist im guten Stande und ohne erkennbaren Wurmbefall, solide Mechanik incl solidem zweimanualigem Spielschrank.
Der Korpus steht da.....wartet auf ein neues Leben in Lebendorf - bei Bernburg/Könnern.
| Innenasicht der Kirche in Lebendorf |
| Neogotisches Gehäuse ohne Prospektpfeifen opus 40 |
| mechanische Spielschrankanlage |
| Vandalismus im Inneren der Orgel. |
| Mechanik im Inneren |
Mittwoch, 5. Februar 2020
LEIPZIG GROßZSCHOCHER op.306 aus 1908
Im damaligen Vorort Leipzigs - Großzschocher steht die aus dem 13 Jahrhundert stammende Apostelkirche, die zu Barockzeiten erweitert und um 1908 nocheinmal modernisiert und vergrößert wurde. Im selben Atemzug wurde auch ein neues modernes Orgelwerk in das historisch übernommene Gehäuse aus 1787 von Orgelbauer Gottlob Göttlich eingebaut. Den Prospekt hat man damals auf ein neues Orgeluntergehäuse gestellt, links und rechts ergänzte man im Stil der Zeit Flachfelder um mehr Breite und Raum zu schaffen. Somit steht die Orgel nicht mehr frei und verdeckt die ganze dahinterliegende Orgelnische.
Die Schleierbretter und vermutlich auch die Vasen sind Zutaten des Jugendstils. Mit einer stattlichen Größe von 21 Registern verteilt auf zwei Manuale C-f3 und Pedal mit dem unüblichen Tonumfang C-f1 für diese Größe! wurde das Werk bereits mit Trompete 8' I.Man. und Posaune 16' im Pedal als opus 306 ausgeliefert. "Rohrwerke" respkt. Zungenstimmen.... Das ist bei dieser Größe bei Rühlmann üblich, vgl. Seebach op.311 II/23; Wernigerode Hasserode op.319 II/24; Nemsdorf op.237 II/21 (Oboe8'Posaune16'); Oebisfelde op.242 II/21 (nur Posaune16') hingegen weist op.303 Halle Diakonissenkrankenhaus bei II/20 kein einziges Rohrwerk auf. Wiederum trifft man bei Instrumenten unter 20 Stimmen gelegentlich auf eine Oboe 8' im II.Manual. zb.Hartebeestfontain op.312 (Afrika) und Schmirma op.267. Also befindet sich die Apostelkirchenorgel in bester Gesellschaft der damaligen Schwesterinstrumente. Ein Jalousieschwellkasten fehlt, genauso wie die Anlage eines Rollschwellers. Es muß eine Superoctavkoppel vorhanden gewesen sein, der Registerzug ist jetzt umfunktioniert als Tremulant II.Man.
Der Prospekt wurde wieder klingend eingerichtet, die Windladen sind in rühlmannschen Registerkanzellen ausgeführt, Pneumatisch angesteuert. Pneumatik und Pfeifen stehen auf dem selben Winddruck.
Nach 1970 erfolgte eine Umdisponierung da sicher der schwere Orchestrale Klangcharackter den damaligen Zeitgeschmack nicht mehr befriedigen konnte. Zwei weitere Nebenzüge wurden in zusätzliche Register die auf Zusatzladen stehen, umfunktioniert. ("Registereinschalt" und "Pianopedal") Um 1980 erfolgte eine weitere Umdisponierung durch VEB Eule Orgelbau-Bautzen. Die zusätzlichen Seitenfelder wurden entfernt und geben jetzt den Blick in die Orgel preis, der Prospekt wurde mit neuen Zinnpfeifen ausgestattet.
Das Instrument klingt jetzt genau entgegengesetzt als wie es erdacht wurde. Viele Aliquoten und wenige 8' stehen der noch brutal bollernden Posaune und der knurrigen Trompete gegenüber, an diesen beiden Stimmen erkennt man sofort wie kraftvoll grundtönig das Originalinstrument gewesen sein muß. Wer das mal hören möchte- Seebach bei Mühlhausen ansehen und anhören. opus 311 im Originalzustand, vergleichbarer Raum, vergleichbare Register, gleiche Größe.
Die Orgel der Apostelkirche befindet sich in einem sehr gepflegten Zustand und wird regelmäßig gestimmt, gewartet und in Konzerten genutzt. Die oft beschimpfte Pneumatic ist hier wie an jeder fachlich richtig vorgerichteten RühlmannOrgel tadellos und präzis! Die Angaben im RühlmannBuch von Falkenberg aus dem Jahr 1994 stimmen nicht- die Windladen verraten es, Voix céleste 8' ab c° war vorhanden. Auch umdisponiert sehr höhrenswert und beachtlich kraftvoll. Besuchen lohnt sich auch trotz Umbau!
| Orgelfront mit nicht mehr vorhandenen Ergänzungen, nur noch im Gehäuseunterbau erkennbar links und rechts |
| ehemalige Oktavkoppel jetzt Tremulant |
Nach 1970 erfolgte eine Umdisponierung da sicher der schwere Orchestrale Klangcharackter den damaligen Zeitgeschmack nicht mehr befriedigen konnte. Zwei weitere Nebenzüge wurden in zusätzliche Register die auf Zusatzladen stehen, umfunktioniert. ("Registereinschalt" und "Pianopedal") Um 1980 erfolgte eine weitere Umdisponierung durch VEB Eule Orgelbau-Bautzen. Die zusätzlichen Seitenfelder wurden entfernt und geben jetzt den Blick in die Orgel preis, der Prospekt wurde mit neuen Zinnpfeifen ausgestattet.
| Stock des zurückgebauten Seitenfeldes im Prospekt 15 Pfeifen, davon waren 4 klingend. |
| Balg und Windversorgung im Untergehäuse hinter demSpieltisch |
| deutlich sieht man die gekröpfte Posaune 16' durch die fehlenden Seitenfelder |
Sonntag, 2. Februar 2020
SCHLETTAU opus 172 aus 1895
Original erhalten aber momentan unspielbar ist die Orgel in Schlettau bei Löbejün/Könnern.
Die Kirche ist schon hergerichtet, nun fehlt nur noch das Orgelwerk. Unbeachtet steht es auf der Empore. Opus 172 der Orgelbauanstalt Rühlmann.
Unangetastet und Oiginal vom Balg bis zu den Pfeifen. Da es sich um eine pneumatische Kastenlade von Rühlmann handelt sollte eine schnelle Spielbarmachung möglich sein.....
| Schlettau opus 172 |
| Kastenladen von unten und pneumatische Steuerung |
Unangetastet und Oiginal vom Balg bis zu den Pfeifen. Da es sich um eine pneumatische Kastenlade von Rühlmann handelt sollte eine schnelle Spielbarmachung möglich sein.....
| typsisch - Spieltischpartie und Untergehäuse. |
Donnerstag, 9. Januar 2020
der bisher unbekannte Firmenkatalog aus 1909
1909 gab Hoforgelbaumeister Wilhelm Rühlmann schon einmal einen bemerkenswerten Firmenkatalog mit Opusverzeichnis, Dispositionen und Fotografien einiger Instrumente heraus.
Später folgte ihm der noch prächtiger angelegte und mit Wappen in Goldprägung gedruckte Katalog kurz vor Beginn des 1.Weltkrieges 1914.
Das war bisher nicht bekannt-nun ist aber ein Exemplar aufgetaucht-und hier werden einige Seiten präsentiert. Gedruckt wurde das ganze in der "Buchdruckerei Zörbig"
Hier einige kleine Einblicke:
Später folgte ihm der noch prächtiger angelegte und mit Wappen in Goldprägung gedruckte Katalog kurz vor Beginn des 1.Weltkrieges 1914.
Das war bisher nicht bekannt-nun ist aber ein Exemplar aufgetaucht-und hier werden einige Seiten präsentiert. Gedruckt wurde das ganze in der "Buchdruckerei Zörbig"
Hier einige kleine Einblicke:
Samstag, 28. Dezember 2019
WILDSCHÜTZ op.304 - 1908
Im kleinen Dorf Wildschütz (liegt bei Torgau) kommt Rühlmanns 304te Orgel aus dem Jahr 1908 zum Stehen.
Eingebaut wurde das Werk in das Gehäuse der Vorgängerorgel, die erst 33Jahre ihren Dienst versah. Ein Werk des Eilenburger Orgelbaumeisters CONRAD GEISSLER; I/9; op.62 aus dem Jahr 1875! Der Besitzer des nahegelegenen Steinbruchs spendierte der kleinen Kirche 1907 ein modernes Orgelwerk - seine Frau spielte mit Leidenschaft Orgel. Die Orgelbauanstalt Rühlmann lieferte was technisch möglich war. Eine Orgel im jetzt etwas von der Rückwand abgerückten Gehäuse, die Ausnutzung der Turmraumnische durch Querstellen der Windlade des jetzt neuen II-Manuales. Im Turmraum selbst wurde ein großer Zweifaltenbalg aufgestellt.
Der damals moderne Spieltisch wurde "freistehend" einen Meter vor die Orgel gestellt und war und ist mit Rollschweller, Pianopedalumschaltung und Kollektivdrückern incl der zu und abschaltbaren Handregistern ausgestattet.
Aus der alten Orgel wurde der hölzerne Principalbass 8' übernommen und auf die neuen Registerkanzellenladen gestellt. Bei diesem Orgeltypus und Größe aus der Zeit ist es selten das der Principalchor komplett ausgebaut ist: Manual I: Principal 8'Octave 4' Octave 2' Mixtur3 fach. Dazu gesellen sich eine kleine Batterie an Streichern Gamba 8' Salicional 8' Dolce 8' und Flöten Hohlflöte 8' Bordun 16' Lieblich Gedackt 8' Flauto harmonique 4' in sehr differenzierten Abstufungen. Der bei Rühlmann immer sehr kräftige Geigenprincipal 8' macht das 2.Manual durchhörbar, und lässt auch durch die immer vorzügliche Pneumatik der Firma ein Triospiel auf allen Werken der Orgel zu. Eine Octavkoppel (Oberoctavkoppel II-I) erhellt zusätzlich den 8' Klang des Instrumentes und überwältigt im Gesamtklang. Zur Spielbarmachung ende der 1990er Jahre wurde der Spieltisch leider in das Gehäuse integriert und einige andere Punkte sind noch kritisch zu betrachten und zu bewerten.
| Rühlmann op.304 - Wildschütz im Geissler-Gehäuse |
| Magazinbalg im Turmraum |
| ehemals freistehender Spieltisch |
| Blick aus dem Turmraum ins Innere der Orgel. |
Dienstag, 18. Juni 2019
Einweihung unseres OPUS 300 in JÜTERBOG
Am Pfingstsonntag den 9.Juni 2019 wurde unser Jubiläumswerk die 300te Orgel aus dem Jahr 1908 wieder feierlich in Betrieb genommen. 1908 erbaut von der Orgelbau-Anstalt von Wilhelm Rühlmann; Zörbig. 1926 erhielt sie eine elektrische Windmaschine der Firma Meidinger /Basel, eingebaut durch Rühlmann, der auch die Kriegsersatzpfeifen des Prospektes aus Zink lieferte. 1929 wurde das Orgelwerk erweitert duch ein pneumatisches Rückpositiv der Orgelbaufirma W. Sauer /Frankfurt-Oder. 1961 erfuhr das Instrument einen schwerwiegenden Eingriff in die Klang und Pfeifensubstanz durch Voit/Rathenow. Zum Glück wurden die nicht verwendeten Pfeifen im Balgraum gelagert, nicht fachgerecht, aber sie waren fast alle vorhanden. Rudimentär auch die Füße, Zungen und Schallkörper der durchschlagenden CLARINETTE 8'. Das einzige Register was unwiederbringlich verloren gegangen ist, stellt die mysteriöse DULCIANA 8' im Pedal dar. Altmeister Peter Dohne und ich entwarfen eine Neue, nach den Stockbohrungen und Überlieferungen der Berichte aus dieser Zeit über dieses Instrument. Und natürlich aus dem Gefüge der Streicher der Orgel. Im nachhinein wurde ein Brett mit Maßen gefunden, was genau unsere Mensur aufweist. Der Rühlmannsche Kostenanschlag weist sie als Stimme aus Holz aus, die Stockbohrungen haben Reste von Kesseln. Also Metallpfeifen.
Der Kompressionsapparat für den Pneumatikwind wurde restauriert und wieder in Betrieb genommen. Der Spieltisch wurde komplett demontiert und überarbeitet, zusätzlich erhielt er neue Porzellanregisterschilder. Die Prospektpfeifen wurden wieder in poliertem Orgelmetall hergerichtet. Die Clarinette wurde von Zungenstimmenfachmann Henry Güntzel ergänzt und komplettiert überarbeitet. Die Neu und Generalintonation führte ich als Chefintonateur und Orgelbaumeister Benjamin Welde, Intonateur an der Hardware aus, nach einem extrem missglückten Versuch im Jahr 2017 durch einen externen Intonateur-der noch historische Pfeifen veränderte und zerstört hat!!!
Am Pfingstsonntag 19 Uhr Konzert mit Prof. Andreas Sieling, Domorganist zu Berlin mit klassischen Werken der Frühromantik (Mendelssohn-Bartholdy) mit Bach und Muffat nach der Straube-Ausgabe. Zwischen den Concerten immer Essen und Trinken im Stil von 1908, 60 Liter Wein wurden alleine ausgeschenkt. 21 Uhr Filmmusik von mir auf der symphonischen Orgel gefeiert mit 1200 Besuchern, absoluter Wahnsinn,
durch alle Bevölkerungsschichten- 23 Uhr Klangtraum St. Nicolai - Kirchenmusikdirektor Peter-Michael Seifried mit seinen Freunden Artem Sviridov Trompete und Ali Moraly Geige - brachten herzergreifende Stücke zum genießen am späten Abend dar.
Hier ein paar Impressionen des Abends. So feiert man eine Orgeleinweihung. Das teuerste Instrument der Stadt und des Dorfes. Für alle da, in Freude und Party wie in Trauer und Tröster. Wenn die richtigen Personen die richtige Musik spielen. also auf zum nächsten Projekt!
| 1200 Leute zum Filmmusikkonzert |
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| Die beiden Klangdesigner mit dem Personalleiter der Profiroll Bad Düben |
durch alle Bevölkerungsschichten- 23 Uhr Klangtraum St. Nicolai - Kirchenmusikdirektor Peter-Michael Seifried mit seinen Freunden Artem Sviridov Trompete und Ali Moraly Geige - brachten herzergreifende Stücke zum genießen am späten Abend dar.
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| Alle Orgelbau Beteiligten |
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| Christian von Pressel mit Startrompeter Artem Sviridov nach den Konzerten |
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| Christian von Pressel und Peter-Michael Seifried |
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| Frühstück am nächsten Tag der Orgelbauer. |
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