Montag, 21. November 2011

Die Orgel in Staßfurt Op.107






Dominant im Klang und Original erhalten ist die Orgel der Petri-Kirche in Staßfurt.
Der Spieltisch wurde von Rühlmann Wilhelm (Sohn) umgebaut mit freier Kombination und Rollschweller.
Die Orgel funktionert mit pneumatischen Kastenladen, diese sind noch geräuschloser als die Kegelladen. Mit dem Drücker unterm 1.Manual " Kombinations-Abstößer" bewegen sich die Kombinationsschalter über der normalen (Hand)=Registrierung in null-Stellung. das ist wohl etwas für faule Organisten, die nach dem Spiel keine Lust haben die einzelnen Schalter zu bewegen...im Hintergrund passiert das auf pneumatischen Weg-mit großen ca 15x20cm großen Keilbälgen, die über ein Gestänge das unter den Kombinationsstiften arbeitet, angebracht ist.Noch eins am Rande-das Orgelgehäuse (Prospect) steht nocheinmal, auch gebaut von Wilhelm Rühlmann (I) in der Stadtkirche St.Lamberti in Querfurt II/30.

Donnerstag, 17. November 2011

Das bin ich!





Weil immer Fragen aufkommen: Das bin ich.
Ich bin 27, spiele gern verrückte Sachen auf Orgel, baue eine Orgel, fahre Motorrad ZX636c NINJA. Nebenbei arbeite ich noch bei Profiroll in Bad Düben, Weltmarktführer für Verzahnungswalztechnologie.
Ich forsche über die Orgelbauanstalt W. Rühlmann, Zörbig und habe ein riesige Sammlung an Bildern und Orgeleinzelbeschreibungen da, wer etwas braucht oder Infos möchte, kann sich gern melden.

Orgel in Bottendorf Op.322 Bj.1910









Klangprächtig, Original,voll funktionsfähig, gepflegt und sehr laut von Georg Eule intoniert 1910 ist die Orgel in Bottendorf bei Roßleben/Kyffhäuserkreis.Rühlmann-Opus 322.
Die Einzelregister sind wie immer bei Rühlmann lohnenswert "live" zu erleben..fahrt mal hin.
die angebaute Electro-Anlage und Beleuchtung verschandelt ein bisschen den imposanten Prospekt. Auf den Bildern wirkt er gar nicht so groß...#seht selbst.

Freitag, 25. Februar 2011

Die Orgel der Trinitatiskirche in Leipzig









1971 während das Material knapp war, im Osten von Deutschland, da erstellte die Orgelbauanstalt Schuster&Sohn Zittau die Orgel der Trinitatiskirche in Leipzig.

Die Materialien mussten über die Partnergemeinde in der BRD bezogen werden...zb. das Kupferblech für die Posaune im Prospekt...und die Laukhuff-Windmaschine.

Da es auch an finanziellen Mitteln fehlte , zeugt die Disposition. Es sind viele kleine Stimmen vorhanden....aber der Gesamtklang ist schon sehr imposant und für das polyphone Spiel sehr angenehm. 2009 wurde im Brustwerk das Regal 4' gegen ein Krummhorn 8' ausgetauscht, welches sich auch hervorragend in dem Gesamtklang der Register einfügt. Auf einem Bild sind die Türen des Brustwerkes geschlossen zu sehen....

Orgelbauausführung und Gehäusebau: Orgelbau-Meister Siegfried Schuster und seine Firma.

Mensuren: Ernst Karl Rößler

Prospekt-Entwurf :Fritz Leweke , Halle.Saale.








Sonntag, 13. Februar 2011

Die Pneumatische Taschenlade von Schuster&Sohn Zittau







Die Windladen sind Registerkanzellenladen.Rechts oder links ist ein Windkanal aufgeschraubt, in ihm sitzt die Registereinschaltung. (siehe Bild 1,2. mit und ohne Kanal.)an der Frontseite der Lade ist eine Relaiskanzelle in der sich immer Spielwind befindet.Unter der gesamten Lade ist eine Fundamentplatte aufgeleimt, verschraubt, diese ist genutet Quer der Registerkanzellen...also jeder Ton hat eine Steuernut. Auf dieser Nut sitzen in jeder Registerkanzelle Holzblöcke die durch eine Bohrung mit der genuteten Bodenplatte verbunden sind. Auf diesem Holzblock sitzt die Runde Tasche. In den 50er Jahren bei Fa. Schuster aus Darmleder oder Similileder bezogen. Heutzutage wird das aus feinem Spaltleder bewerkstelligt. In der Tasche sitzt eine Phosphorbroncefeder. Oben und unten befindet sich eine Pappscheibe. (siehe Bleistiftskizze)

Über den runden Taschen sind die Pfeifenstöcke aufgeschraubt.An der Unterseite des Stockes sind Glacélederringe angeleimt. (siehe Bild3)

Unter der Relaiskanzelle hört die Nutung der Bodenplatte auf und mündet in einer Bohrung.(Bild 4 und Bleistift-Skizze von vorhin) Neben dieser Bohrung ist eine zweite Bohrung die direkt in die Relaiskanzelle mündet.Diese wird zugehalten durch das Relaisventil wenn eine Taste gedrückt wurde und die Membran (25x60mm Bild 5) aufgeblasen ist.Der Wind aus dem inneren der Steuernut und den Taschen entweicht, und durch den Überdruck der in den Registerkanzellen herrscht fällt die Tasche zusammen. Ist keine Taste betätigt, so liegt das Ventil auf der unteren Bohrung auf und der Spielwind kann nicht entweichen, dieser fließt aber in die Steuernut und Drückt im inneren die Taschen auf.Sozusagen er hält das Gleichgewicht zwischen Winddruck in der Registerkanzelle und in der Tasche.

Die Steuernuten sind unter der Windlade zu sehen, sie werden mit Glacélederstreifen zugeleimt.Damals überklebte man die ganze Bodenplatte mit einer Art Kunststofffolie.

Freitag, 22. Oktober 2010

die Rühlmann Orgel in der Lukaskirche in Leipzig-Volkmarsdorf







1893 baute Wilhelm Rühlmann die Orgel der Lukaskirche in Leipzig als Opus 136 auf seinen  pneumatischen Kastenladen, eine Weiterentwicklung und verbesserte Bauweise,die er bei Orgelbauer Ernst Röver - Hausneindorf, gesehen hat.

in den 30er Jahren baute Jehmlich, Dresden, die Orgel grundlegend um, wie zu dieser Zeit üblich mit neo-barockem Klangbild. Vox Celeste und die Kastenladen von Rühlmann aber blieben trotzdem erhalten.Der Spieltisch wurde neu angefertigt, aber dieser verursacht heute erhebliche Aussetzer, Heuler usw. Die Windladen machen einen guten funktionsfähigen Eindruck. Zur Zeit fristet das Instrument ein trostloses Dasein, nicht funktionsfähig, ein paar Töne konnte man jedoch entlocken. Hier zeige ich die Original Firmenkatalog-Seiten von 1914 , die die Orgelbau-Anstalt herausgab, um neue Kundschaft zu werben. Die Original Disposition und ein Bild wie die Orgel zur Zeit ihrer Erbauung ausgesehen hat und weiter,- die neuen Bilder von mir. Man hat also den Vergleich. Es wäre zu wünschen das die Orgel instandgesetzt wird, um nicht als totales Wrack zu enden.

viele Grüße

Christian

Sonntag, 10. Oktober 2010

Die Rühlmann's







Einiges zu Rühlmanns.

Vater Friedrich Wilhelm Rühlmann (stehend neben seiner Frau im Bild) 01.06.1812 bis 25.10.1878.... der nur 6 kleine Orgeln baute.

Sein erster Sohn Wilhelm..(Bild mit grünen Hintergrund) .06.12.1842 bis 08.01.1922.er lernte beim Vater Orgelbau und einige Jahre in Weissenfels bei Friedrich Ladegast der ihm nicht nur " väterlicher Freund " war sondern ihm auch bereitwilligst den Start der Karriere geebnet hat, wäre es nicht heute zu wünschen solche humanen und sozialen Unternehmer zu haben??? Wilhelm I. übernahm die Väterliche Firma, die noch in der Leipziger Straße war, und brachte sie zur Blüte. 1883 baute er ein neues Firmengebäude im Stil der neo-Rennaisance ( Bild 2) unter anderem war Georg Eule , einziger Sohn von Hermann Eule-Bautzen Chefintonateur bei Rühlmann. 1918 im Kriege geblieben. Theodor Rühlmann, Bruder von Wilhelm, 19.12.1847 bis 06.05.1910 ( im Bild sitzend mit Frau im Pavillion) druchlief die selbe Lehre bei Ladegast und war Werkmeister im Familienbetrieb bis 1910.

1907 nahm Rühlmann Sen. seinen ältesten Sohn Wilhelm II (jr) (nachdenklich am Schreibtisch sitzend im Bild) in sein Geschäft auf, der es bis zum Kriege 1939 weiterführte, durch schwere Zeiten.

Wilhelm Rühlmann Jr.12.03.1882 bis 11.9.1964 entwickelte mit Klanganalytiker Bohnstedt neue Mensuren, Maphys genannt, bestritt die Orgelbewegung, die Wirtschaftskrise der 20er, 1945 war an eine Fortführung der Anstalt nicht zu denken, Albrecht , Sohn von Wilhelm, wurde an Johannes Klais vermittelt, Rühlmann und Klais waren Freunde, Albrecht arbeitete bis zu seinem Ruhestand in der Bonner Firma.

Orgelbesuch und grosses Concert in Zörbig






Wilhelm Rühlmann, Jr. baute 1928 die Orgel, als Opus 432,  in ein Vorgängergehäuse. Diese Orgel hatte nur 25 Stimmen. Die neue besitzt 40 auf 3 Manualen auf Kegelladen und Taschenladen. Sie ist von der Orgelbewegung beeinflußt, aber der Spätromantik treu, kein Kompromiss, sondern eine Neu-Creation von W.Rühlmann jr. selber, der Pfeifen-Mensuren entwickelte( "Maphys" MA-thematisch-PHYS-ikalisch) und ein eigenes Klanglabor betrieb.(Herbert Bohnstedt-als Klanganalytiker und intonateur) Wenn man in der Kirche dem Spiel lauscht, entwickelt sie im Vollen Werk eine Kraft, durchdringend, ein bisschen Cavaille-Coll anmutend, wobei nur 3 Rohrwerke (für neudeutsche-- Zungenstimmen) vorhanden sind. Schade das das Glas-Firmenschild defecto ist. Vielen Dank an Kantor und Organist Matthias Visarius für das tolle Concert über Reger Fantasie und Fuge op.136 b.

Vorzüglichst

Christian Schmidt





Orgelbesuch in Ostrau W.Rühlmann Op.445 aus dem Jahr 1930!!!

Das Werk steht in einem Prospekt von Zacharias Theissner. Leider ohne Mixturen und Cymbeln, was die Klangpracht der Orgel stark mindert, mit Aliqouten würde sie hervorragend in das Barock-Gehäuse passen. Aber meine Filmmusik-Transkriptionen ließen sich hervorragend umsetzen.

Die Disposition lautet:

I.MANUAL Principal 8; Gamba 8;Oktave 4;Gemshorn 4;Offenquinte2.2/3;Oktave 2;

II.MANUAL Geigenprincipal8;Flauto Dolce8;Quintatön8-hervorragend;Principal4;Rohrflöte4;Blockflöte2;

PEDAL: Subbaß16;Principalbaß8;Cello8; Jubalflöte 4 trötet wie ein Saaledampfer

NEBENZÜGE: Manualkoppel, Pedalkoppel 1-P, 2-P, Superoktavkoppel 2-1, Drücker, Auslöser/Tutti

trotz der Geldknappheit eine Hervorragend solide Handwerkliche Arbeit, wenn auch mit viel Zink-Pfeifen. Selbst der Prospekt ist mit pneumatischen Apperaten angeschlossen und klingend.Merkwürdig ist nur, das hinter dem Prospekt die Pfeifen chromatisch angeordnet sind, und nicht Diatonal.aber seht selbst. ....vielen Dank an Georg, angehender Pfarrer,  der mir die Kirche bereitwilligst zeigte.