Donnerstag, 5. Mai 2016

Rühlmann´s 322. Orgel

Bottendorf /Unstrut nahe Roßleben baute Rühlmann seine 322.Orgel 1910 auf, schon mehrfach besucht, lässt dieses kleine Instrument einen nicht mehr los. Der Prospekt deutet auf eine alte Barockorgel hin, ist aber bei genaueren Hinsehen ein Werk des Jugendstils und wurde von Rühlmann in Zörbig mit hergestellt. Überspitzte Eckfelder und ein rundes Mittelfeld werden durch arkanthusartige Voluten gehalten. der Prospekt ist durchweg klingend und im alten Stil mit Principal 8' des Hauptwerkes und Geigenprincipal 8' des II.Manuals bestückt. Im Inneren finden alle Orgelteile platz, Untergeschoß der Hauptbalg mit Kalkantenraum, Pedalwindlade für den offenen Violon 16' der in den ersten 6 Tönen bedingt aus niedriger Raumhöhe, Akustisch ist, 8'+5.1/3'. Im Mittelgeschoßbefinden sich die Windladen des I.Manuals und die Pedallade für Subbaß16' und Principalbaß8'. Die größten Pfeifen stehen aussen, über den kleineren, mittig, im Obergeschoß aufgebänkt längs die Windlade des II.Manuals, man hatte ja durch die Pneumatik Freiheit, Windladen so anzuordnen, um Platz zu sparen. Durch Innenraumsanierungen und mangelnde Pflege ist das gute Stück sehr in Mitleidenschaft gezogen und bedarf einer dringenden und grundlegenden Restauration, die auch angedacht ist, und wir als Rühlmann-Kenner gefragt wurden sind, dieses Projekt zu Starten erweckt wahre Vorfreude.





Donnerstag, 19. Dezember 2013

STARITZ bei Belgern Op.356 von 1912

Die Orgel wurde 1912 erbaut, ist original erhalten, aber sie benötigt einen "Jungbrunnen" .
Eingebaut wurde sie in das Vorgängergehäuse, das stammt von Orgelbauer Fleming in Torgau um ~1770.
Alle Register klingen, aber einzelne Töne fallen wegen mangelnder Wartung und Bespielung aus. Klanglich geht ein Brausen durch den Raum beim vollen Werk und beim abregistrieren bleibt am Ende nur die Aeoline 8' die sanft und fast unhörbar leise die Kirche durchflutet. Intonation: wahrscheinlich Georg Eule.
Der typische Dispositionsaufbau bei Rühlmann für II/12 im Hauptwerk das berühmte Ensemble : als 8'Lage :Flöte, Streicher, Principal. Ein 16' Bordun leise aber präsent, gibt Fülle, Wärme und lässt sich mit allen Registern kombinieren, verstärkt diese auf herrliche Weise. Eine 4' Oktave füllt die Principalpyramide, danach kommt sofort entweder eine Rauschquinte 2fach, Mixtur 3 fach oder sogar 2-4 fach.
Bei der 4 fachen Mixtur kommt ab c1 eine 5.1/3' Quinte hinzu, diese erzeugt einen absolut dramatisch,theatralisch klingenden Gesamtklang--"Tiefenrausch:-)". ab c1 repetiert die Mixtur bis f3 oder g3 nicht mehr. das-ganz differnziert zum Silbermann-Klang.

Das Manual II ist meist als Hinterwerk, Unterwerk oder Quer über der Lade des I.Manuals gestelltes Oberwerk konzipiert. (Info: bei kleineren Orgeln steht Manual I und II auf einer kompakten Einzellade. Rühlmann baute, was wirklich zu loben ist sehr oft 2 Manuale, selbst bei wenigen Registern!!!! (unter 12 Register))  Auf dieser Lade stehen als Gegenspieler zu Manual I die passenden Pendants nur fein abgestuft, und leiser : Streicher 8, Flöte oder zartes Gedackt 8' ein Geigenprincipal 8' und eine Flöte 4' .
Im Pedal steht immer Subbaß 16' und Principalbaß 8' aus Holz (rund und fülliger Ton) oder ein Cello 8' aus Zink/Zinn. ab dem Jahr ca 1912 kommt ein Stillgedackt 16' hinzu, was eine Transmission vom Manual I Bordun 16' ist.
Koppeln standardmäßig II-I; I-P; II-P. sparsam aber oft anzutreffen: Superoktavkoppel II-I, Suboktavkoppel II-I. Registerzug: "Volles Werk" trifft man, wenn keine Kollektivdrücker unter dem I.Manual vorhanden sind.

Sonntag, 17. November 2013

Sonntag, 27. Oktober 2013

Rühlmann Op.381 Gross-Alsleben




kaum spielfähig, die etwas groß geratene Dorforgel für Großalsleben.  Der Schwellkasten wurde entfernt, Rollschweller funktioniert nicht, das zweite Manual spielt gar keinen Ton, leider. Trompete im ersten spielt auch nicht, wirklich schade, bei dieser Größe. Intonation klingt nach Georg Eule, der da schon seinen Meister hatte, aber wohl noch als Chefintonator bei Rühlmann tätig war. Hier werden Spender gesucht um die Orgel wieder flott zu machen.

Eule Orgel Opus 128 aus 1911 in Nepperwitz bei Wurzen



Diese Orgel braucht Hilfe. Ein kleines abgelegenes Dorf zwischen Wurzen und Püchau beherbergt diese Eule Orgel aus 1911. Klanglich ist sie gleich den RühlmannOrgeln aus der Zeit, wahrscheinlich hat sie Georg Eule intoniert, die Register klingen wirklich sehr danach. Die Gemeinde ist aber wohl eher bekannt wegen des außergewöhnlichen Altars der sehr umstritten ist. technisch muß das Instrument wirklich generell überholt werden, die Eulesche Taschenlade büßt nach 100 Jahren an Präcision ein, einiges funktionierte nicht. Also Spender...ran hier.Zumal die Kirche auch Mulde-Hochwasseropfer 2002 war.Das Gehäuse ist sehr schlicht, der Spieltisch nach Eule-Norm gebaut.

Die Hermann Eule Orgel in Brunndöbra b. Klingenthal/Sa.

Hervorragend überholt und voll spielfähig, sogar die Rohrwerke waren gestimmt, die Eule Orgel in Brunndöbra. erbaut als Op.124 im Jahr 1909 von Hermann Eule Bautzen. Die Intonation klingt verdächtig nach Georg Eule aber einiges ist auch anders, wahrscheinlich hat Hermann dieses Instrument selber intoniert, eine typischer Eule -Klang. sehr kräftig, atemberaubend vor Kraft strotzend-Herrlich. durch die Oberoktavkoppel II-I kommt zusätzlich Brillianz hinzu. Wahnsinn was es für unendeckte Schätze gibt.
Der Spieltisch hat zwei herrliche Anzeigen für Wind und für das Registercrescendo, das mittels Balanciertritt und Handhebel zu betätigen ist.

Samstag, 26. Oktober 2013

Groß-Orgeln von Wilhelm Sauer.










Heute zeige ich einmal einige große Sauer-Orgeln. Die Berliner Domorgel kennt ihr ja schon. Hier also die weniger bekannten Instrumente. Als erstes die Orgel der Ev. Brüderkirche in ALTENBURG OP.930 - Bj 1905. Sie ist in sehr guten Zustand, aber leicht umdisponiert.

In BURGSTÄDT OP.926 - Bj 1904 ist ebenfalls eine große Sauer-Orgel erhalten, das Gehäuse wurde in orgelbewegten Tagen umgestaltet, die Disposition blieb bestehen bis auf 2 Register. Freistehender Spieltisch.

BAD SALZUNGEN OP.1025 - Bj 1909 ist original erhalten und bestens gepflegt , ein wahrlich herausragendes deutsch-orchestrales Orgelwerk welches heute (immer) noch verteufelt wird, wobei diese "Orchesterorgeln" fast unendlich viele Möglichkeiten bieten modernste Musik und Adaptionen von aktuellen Pop und Filmmusiken darstellen zu können.Franz Liszt übertrug ja auch den Thannhäuser Pilgerchor auf die Orgel, warum soll man heute nicht symphonische Filmmusik auf diesen Instrumenten spielen und somit viele Leute begeistern, die sich für so etwas eigentlich nicht interessieren?!Ich spreche aus Erfahrung.
 
STADTHALLE GÖRLITZ OP.1100 Bj. 1910 - (IV/72) die letzte Orgel von Wilhelm Sauer.
Ich hatte das Glück diese Orgel spielen zu dürfen. Die Concerthalle ist seit Jahren geschlossen, Diese Orgel ist und wirkt so modern, das es wirklich schade ist, sie versteckt zu halten. Schon 1994 restauriert harrt sie nun ungenutzt in der geschlossenen Stadthalle in Görlitz ihrem Schicksal. Hoffentlich wird die Concerthalle bald wieder eröffnet und die Orgel wieder der Öffenlichkeit zugänglich gemacht.
bei Fragen und Wünschen/Anregungen einfach email an : christian-ruehlmann@hotmail.de

Sonntag, 25. August 2013

Eule-Orgel in Hartha/Sachsen Op.125 - 1910

Herrlich Vorgerichtete Kirche samt Orgel in Hartha.
Georg Eule war im Erbauungsjahr 1910 hier zu Besuch am Instrument seines Vaters Hermann Eule.
Gleich eine Intention die Orgel einmal selber zu besichtigen.


Herrlich Intoniert mit 45 Registern auf II-Manualen, kommt sie der Intonation Wilhelm Rühlmanns um diese Zeit sehr Nahe. Ein befreundeter Kantor war mit auf Tour und war überrascht von dieser herrlichen Orgel und der hervorragenden Intonation der Eule Orgel aus dem Jahr 1910. Vom leisesten Pianissimo bis zum ohrenbetäubenden vollen Werk ist hier alles Möglich, und es beiweißt, das nicht immer drei Manuale benötigt werden um eine Orgel kompakt zu gestalten. In allen beiden Maualwerken sind Principalpyramide und Mixturen vertreten, im II.Manual sogar Terz 1 3/5' und Quinte 2 2/3' mit 2', im Pedal sogar einen Octavbass 4' !
Das läßt die Disposition der Orgel nach 100 Jahren sehr Modern anmuten. Dank der präcisen pneumatischen Taschenlade von Eule´s lässt die Orgel nach 2 Stunden freien Spielens keine langeweile aufkommen und weckt immer zu neuen Registermischungen.

Freitag, 16. August 2013

Berlin Dom, größte Orgel von Wilhelm Sauer

Hier kann man einfach nichts hinzufügen, das Opusmagnum von Wilhelm Sauer aus dem Jahr 1904 mit 113 Registern auf vier Manualen, ist die weltgrößte pneumatisch gesteuerte Orgel.
Sehr gepflegt und gewartet.







Dienstag, 13. August 2013

Die SauerOrgel in Burgstädt /Sachsen

Hier handelt es sich um ein , bis auf zwei Register, originales Werk der Frankfurter Orgelbauanstalt Wilhelm Sauer von 1904 das als die 926te Orgel die Werkstatt verließ. 44 Register teilen sich 3 Manuale und Pedal. Die Sifflöte 1' vormals eine labiale Schalmei 8' im dritten Manual und die Vox Humana 8' die ehemals eine Clarinette 8' war, stören die Orgelanlage empfindlich.
Intonateur der Anlage war 1904 Granzin, der auch die Berliner Domorgel von Sauer intonierte.Diese schaute ich mir vor kurzem an. .... Also war hier ein "Nachhören" angesagt, man erkennt sofort parallelen zu Rühlmann und der Georg-Eule Intonation.

Der Spieltisch steht ca 4 Meter frei vor der Orgel, das ist gleich noch eine ganz andere Welt als wäre er am Gehäuse montiert, man hört die Orgel ganz anders und ihre einzelnen Stimmen einfach besser, und- man kann vom Spieltisch aus einen Chor dirigieren.
Was die Pneumatik hier leisten muß- das Werk steht auf pneumatischen Kegelladen- ist einfach grandios. II und III Manual sind sehr präcise in der Ansprache, beim I.Manual sollte die pneumatische Steuerung einmal nachgesehen werden, Das Gehäuse wurde in den 1920er Jahren durch einen "Freipfeifenprospekt" der Firma Jehmlich in Dresden ersetzt.  in den 1990er Jahren wurde sie generalüberholt durch Orgelbaumeister Wünning, Großolbersdorf, was als gelungen bezeichnet werden kann. Das Registercrescendo über den Rollschweller ist- wie im Berliner Dom- lückenlos, das ist einfach nur Wahnsinn, das man den Klang und Lautstärke so anschwellen lassen kann, nur über die Auswahl der Register, man hört das dazuschalten gar nicht. Eine herrliche spätromantische Orgel!!!! Die mehr Beachtung verdient.